Kaution beim Werkzeugverleih: Was ist üblich, was ist erlaubt?
Wesentliches vorweg: Wie hoch die Kaution ausfällt, wie sie hinterlegt wird und wann sie zurückkommt.
Kaution als Standard
Fast jeder Werkzeugverleih verlangt eine Kaution. Sie soll den Wert des Mietgeräts absichern, falls es beschädigt oder nicht zurückgegeben wird. Bei kleinen Werkzeugen (Bohrhammer, Vertikutierer) liegen die Kautionen bei 80–250 Euro, bei Baumaschinen (Minibagger, Radlader) schnell bei 1.000–2.500 Euro. Die Kaution ist keine Miete — sie wird nach Rückgabe erstattet, sofern das Gerät unbeschädigt und vollständig zurückkommt.
Wie die Kaution hinterlegt wird
Am häufigsten wird die Kaution auf einer Kreditkarte reserviert (Kreditkarten-Vollmacht) und nach Rückgabe wieder freigegeben. Alternativ Barzahlung oder EC-Karte. Bei Baumärkten (HORNBACH, OBI) läuft es oft über EC-Vorautorisierung. Wichtig: EC-Vorautorisierung braucht bei manchen Banken 7–14 Tage bis zur Freigabe — bei der Kartenwahl darauf achten, dass das Konto ausreichend gedeckt ist.
Was die Kaution NICHT abdeckt
Die Kaution ersetzt keine Haftpflicht. Beschädigen Sie mit dem Mietgerät fremdes Eigentum (Nachbargebäude, Kabelleitungen, parkende Autos), haftet Ihre Privathaftpflicht — nicht die Kaution des Verleihers. Prüfen Sie vor der Miete den Deckungsumfang Ihrer Haftpflicht. Manche Verleiher bieten Zusatzversicherungen an, die auch Bedienungsfehler decken.
Wenn das Gerät beschädigt zurückkommt
Der Verleiher darf die Reparaturkosten vom Kautionsbetrag einbehalten. Wichtig für Sie: Nehmen Sie das Gerät bei der Übergabe sorgfältig ab und lassen Sie sichtbare Vorschäden im Übergabeprotokoll dokumentieren. Ohne Protokoll wird die Beweislast im Streitfall schwer. Bei größeren Schäden kann der Verleiher zusätzlich den Nutzungsausfall geltend machen.
Kautionsrückgabe: Fristen
Meist wird die Kaution innerhalb weniger Werktage freigegeben. Bei Kreditkarten-Vorautorisierung dauert die Rückbuchung technisch bis zu 7 Tage, unabhängig davon, wie schnell der Verleiher freigibt. Ist nach zwei Wochen nichts geschehen, freundlich nachfragen. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale.
Die Rufnummer lässt sich bis 3 Monate nach Vertragsende noch portieren.
Häufige Fragen
Aus dem redaktionellen Alltag: die häufigsten Fragen zum Thema.
Warum ist der Preis von Werkzeugverleih an Wochenenden höher?
Nicht immer höher — meist ist die Wochenendmiete Freitag Nachmittag bis Montag Morgen sogar günstiger als 3 Einzeltage (nur 1,5 bis 2 Tagessätze). Der Preis richtet sich nach Nachfrage in der Bausaison. An langen Wochenenden kann er höher sein.
Was passiert, wenn ich das Gerät zu spät zurückbringe?
Der Verleiher berechnet einen zusätzlichen Tagessatz, auch bei nur einer Stunde Verspätung. Anrufen und Verspätung ankündigen kann in Einzelfällen helfen, ist aber nicht garantiert. Bei Wochenendmiete ist Montag früh die letzte Rückgabezeit.
Was mache ich, wenn das Gerät während der Miete kaputtgeht?
Sofort den Verleiher anrufen. Bei Materialermüdung oder Vorschaden liefert er Ersatz. Bei Bedienfehler haften Sie und die Reparaturkosten werden von der Kaution abgezogen. Nie selbst reparieren, sondern erst mit dem Verleiher sprechen.
Was kostet Rüttelplatte mieten pro Tag?
Je nach Größe und Anbieter zwischen 40 und 95 Euro pro Tag. Bei Baumärkten günstiger, bei Profi-Verleihern etwas teurer. Wochenendtarife oft nur 1,5 Tagessätze. Für einmaliges Terrassenverlegen meist günstiger als Kauf.
Kann ich Werkzeug bei einer anderen Filiale zurückgeben?
Bei grossen Verleih-Ketten wie Böls oder Loxam ja, meist gegen Aufschlag. Sinnvoll bei Umzügen. Vor der Buchung Konditionen klären. Bei kleinen Verleihern und Baumärkten meist nicht möglich.